Aber ist es auch eines? Der Schein kann trügen und am Ende ist es dann ein Calzone, dass sich als Brot verkleidet hat. Heutzutage kann man das nie wissen. Wir kennen ja alle die Gerüchte um den Erdbeerjoghurt.
Mein Scheinbrot ist aber in Wirklichkeit ein Pizzateig, der sich lustvoll um seine ständig wechselnden Partner wickelt. Mal ist es Mangold und Ricotta, dann wieder Lauch und Ziegenfrischkäse. Und wenn es dann die Fleischeslust überkommt, dann windet es sich gerne auch mal um Käse und Schinken.
Was ich noch nicht probiert habe, mir aber durchaus auch vorstellen kann, ist eine simple Füllung, für arme Leute und Studenten wie mich, wenn dann das Monatsende naht: Zwiebeln, viele in Butter geschwenkte Zwiebeln. Das ist nicht nur billig, sondern schmeckt auch noch besonders lecker. Und sicher würden ein paar Speckwürfelchen darin auch nicht schaden. Es sei denn, man ist wie ich, überzeugter Vegetarier. Damit das ganze vegan wird, einfach die Zwiebeln in gutem Olivenöl statt in Butter schwenken und am besten noch leckere Kräuter, wie z.B. frischen Thymian dazugeben.
Das Grundrezept ist einfach und wirklich für jeden zu schaffen. Daraus kann man entweder Pizza, Flammkuchen, Scheinbrot, Calzone oder auch Brötchen backen:
- 500g Mehl
- 2/3 Hefewürfel oder 1 Päckchen Trockenhefe
- lauwarmes Wasser
- 3 abgestreifte TL Salz
- 5 EL Olivenöl
- wenn man will 2-3 TL Honig oder ein wenig Zucker
- nach Belieben Oregano oder andere Kräuter
- Das Mehl mit dem Salz und den Kräutern und evtl auch mit der Trockenhefe vermischen. Wenn man aber frische Hefe verwendet, macht man eine kleine Mulde in die Mitte des Mehls, bröckelt die Hefe hinein. Zucker oder Honig und das Olivenöl dazugeben und mit nach und nachdem Wasser aufgießen und schön in der Mitte mit einer Gabel langsam verrühren. Aufpassen, dass man nicht zuviel Wasser hinzugibt, man probiert am Besten nach und nach aus, so dass der Teig am Ende nicht an den Fingern kleben bleibt, aber auch nicht trocken und spröde ist.
- Wichtig ist jetzt, dass man den Teig lange knetet. Je länger, desto besser. Das kann man zwar in der Schüssel mit dem Rührgerät und Knethaken machen, ist meiner Meinung nach besser auf einer bemehlten Arbeitsfläche.
- Jetzt den Teig zurück in die Schüssel legen, ein sauberes Geschirr drüber und an einem warmen Ort (TIpp: Herd eine Minute aufheizen, gleich wieder ausmachen und Schüssel mit Teig darin gehn lassen) oder Klarsichfolie auf die Schüssel geben und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.
- Wenn der Teig schön aufgegangen ist, nochmal kurz zusammenkneten und währenddessen die Füllung (bei Scheinbrot) oder den Belag (bei Pizza oder Flammkuchen) vorbereiten und den Herd schonmal vorheizen. Am besten auf volle Pulle, das tut dem Teig gut…
- Jetzt die Arbeitsfläche mit Mehle bestreuen, den Teig zu einer länglichen Rolle kneten und je nach Gebrauch in zwei Teile teilen oder bei Brötchen in die gewünschte Anzahl. Ein Teil zur Seite legen, das andere zu einem länglichen annähernden Viereck auswellen. Wer nur ein Brot, bzw. eine Pizza machen will, kann die andere Hälfte auch problemlos einfrieren.
- Für die Pizza das ganze auf ein Blech geben und belegen. Für ein Scheinbrot nun aber die Füllung auf dem Teig verteilen, dabei aufpassen zu den Rändern jeweils 4 cm Platz zu lassen.
- Den Teig einrollen und die Enden einschlagen. die Ränder mit Wasser zusammenkleben, damit die Füllung nicht austreten kann.
- Das Brot nun oben und unten mit viel Mehl einreiben und entweder auf ein Backblech mit Backpapier oder den Pizzastein geben, der schon im Ofen vorgeheizt sein sollte.
- Wenn das Brot langsam goldbraun wird, kurz testen, ob der Rand schon knusprig ist, dann gleich rausnehmen, damit es nicht zu hart wird und auf einem Holzbrett aufschneiden.
Dazu passt grüner Salat ganz hervorragend, oder sowas wie Zaziki kann ich mir dazu gut vorstellen.


